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Geschäftsmodelle in Second Life (SL) sind ja nichts Neues mehr. Es gibt Second Life Millionäre und das nicht in Linden Dollars, der virtuellen Währung in SL sondern richtigen Dollars. Große Firmen wie Addidas, BMW und Amazon haben Niederlassungen in der virtuellen Welt und werben da vor Nutzern aus allen Schichten der reelen Bevölkerung. Die Gründe für eine Präsenz in der neuen Online Welt sind unterschiedlich. Manche sind drin weil es hip ist und Andere betreiben Marketing und wollen Aufmerksamkeit. Ob sich das letztendlich auzahlt ist fraglich wie ein Studie der Hamburger Agentur Komjuniti durch eine Befragung von SL-Usern zeigt. Was ich allerdings spannend finde ist die Möglichkeit, die inzischen ca. 2 Mio User als einen nicht zu unterschätzenden Testmarkt für Geschäftsmodelle und Dienstleistungen zu verstehen und zu nutzen. Die Kosten für den Start eines virtuellen Geschäftes sind gering und so kann man das Risiko übersichtlich halten. Wenns funktioniert dann kann man sich überlegen dieses Modell auch in der Offline Welt zu starten.
Gratistours sind den umgekehrten Weg gegangen. Das 2002 gegründete Unternehmen hat sich auf Reisen für jeden Geldbeutel spezialisiert. Inzwischen gibt es Angebote von allen namhaften Reiseveranstalter und das wie der Name schon sagt mit Bestpreisgarantie. Zu finden sind neben herkömlichen Angeboten auch kostenlose Hotelübernachtungen. Seit März 2007 hat Gratistours als erster Reiseanbieter ein Angebot in Second Life gestartet. Auf der Holiday Insel gibt es eine eigene Erlebniswelt rund um das Thema Urlaub in Second Life. Die 3-D-Ferieninsel wird von dem weiblichen SL-Avatar Jas Capalini betrieben. Diese hilft Online Usern bei der Planung ihres Urlaubs und entführt diese in ungeahnte Welten. Eine super Gelegenheit für mich die virtuelle Welt samt Ferieninsel einmal kennenzulernen. Denn eine Anmeldung habe ich bisher gescheut aus Angst, es könnte mir zu gut gefallen :).
So. Anmeldung ging fix. Darf ich vorstellen, meine Name ist Stay Tomorrow. Stinknormaler Typ und bescheiden. Nach dem Download der Software und Login über einen direkten Link zur Holiday Insel hab ich mir erstmal einen Überblick verschafft. Im Fluge versteht sich. Schon mal sehr gemütlich die Insel. Neben Sonne,Meer und Palmen gibt es da eine kleine Lagune und ein Häuschen vor dem ich erstmal zum Landeflug angesetzt habe. Eine Liege lädt mich zum Sonnenbaden ein aber ich entscheide mich erst einmal dafür hineinzugehen. Da ich absoluter Neuling bin ist es natürlich nicht ganz einfach. In dem Gebäude stehen auf jeden Fall zwei Computer Terminals mit denen man bestimmt etwas machen kann. Von der Tourismusmanagerin Jas Capalini fehlt jedoch jede Spur. Lustiges Vogelzwittchern versüßen mir allerdings den Aufenthalt. Nach kurzer Suche in einer anderen virtuellen Welt (Technorati) finde ich heraus. Das Frau Jas Capalini nur zu bestimmten Zeiten zur Verfügung steht und bin traurig und erleichert zugleich. Traurig weil ich sie nicht kennenlernen durfte und erleichert weil ich nicht zu blöd war sie zufinden. Sie war wirklich nicht da. Da die Sonne brennt und niemand weiter dazusein scheint lege ich die Klamotten ab und machs mir unterm Sonnenschirm mit wunderbaren Blick auf die Lagune gemütlich. So stell ich mir Urlaub vor.
Ziel der Präsenz in Second Life ist nach Angaben von Gratistours die Vermenschlichung des sonst so statischen Buchungsvorgans im Internet. Die Mischung aus persönlicher Beratung und Unterhaltung soll Spass und Reiselust auch Online bringen. Mit dem Ergebniss der Präsenz zeigt man sich zufrieden. Nach dem Start nahmen Onlinebuchungen von weiblichen Second-Live Usern zwischen 25 - 33 Jahren zu. Diese haben wohl zu hause die Hosen an und entscheiden wo es hingeht. Wer sich ohne Anmeldung mal einen kleinen Überblick verschaffen will, dem empfehle ich das Gratistour Video. Der Soundtrack ist recht cool geworden.
Interessant sind auch die zukünftigen Pläne des Reiseanbieters in der reelen Welt. Die Plattform soll zukünftig mit mehr Möglichkeiten zur Interaktivität zwischen den Usern ausgestattet werden. User sollen noch diesen Sommer Profilseiten anlegen und Reiseberichte abgeben können. Urlaubserlebnisse sollen in Blogs dokumentiert werden können und der Upload von Fotos und Videos ist geplant. Damit entwickelt sich Gratistours klar zum Social Network und diese sind in der Tourismusbranche gerade gut gefragt wie aktuelle Investments zeigen. Den Vorteil den eine Reiseplattform wie Gratistours beim Ausbau hin zum Social Network gegenüber einer neu gestarteten Community allerdings hat ist klar. Sie haben bereits jede Menge User. Und das ist schon mal viel Wert.
1 Antwort bis jetzt ↓
1 Urlaubswerk // Nov 9, 2007 at 11:54
Wir haben ein Second Life Reisebüro aufgebaut und haben sehr begrenzte Erfolge damit. Ich denke, es ist immer noch der beste Weg, die Informations- und Beratungsprozesse auf einer Website so zu optimieren, dass die Reise-Suche Spaß macht und effizienter ist als im Reisebüro um die Ecke.
Das ganze Web 2.0-Gedöns bringt nichts. Der Kunde will Reisen buchen und sucht den schnellsten Weg zum Ziel. Das einzig Funktionierende werden weiterhin Hotelbewertungen sein, weil Sie eine 1:1 Empfehlung von Reisenden sind, die schon vor Ort waren.
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