Vor ein paar Monaten ist mir die Idee gekommen, dass es praktisch wäre wenn man Hunde mieten könnte. Genauso wie einige von euch jetzt an das Wohl des Hundes denken, habe ich die Idee als etwas zu skuril wieder zu den Akten gelegt. Die Idee kam aus einem Bedürfnis meiner Freundin heraus. Die liebt Möpse über alles. Kann ihre Leidenschaft inzwischen gut verstehen. Die sind ja auch süß die Kleinen mit ihrer faltigen Schnutte. Einen Hund würde sie sich denoch nicht zulegen. Aus Zeitgründen. So ein Kleiner brauch halt rundum Betreuung und wenn man die nicht geben kann, dann sollte man es lassen. Finde es eher unverantwortlich sich einfach einen Hund zuzulegen und hinterher zu merken, ups der macht ja Arbeit. Wer Hunde wirklich mag, zeigt Verantwortung und verzichtet eher auf die Haltung wenn man die Zeit nicht hat.
Was machen aber die, die Hunde trotzdem lieben aber sich aus Zeitgründen keinen zulegen können? Die schauen in die Röhre? Da kam mir die Idee, dass es praktisch wäre wenn man sich einen Hund für ein paar Stunden ausleihen könnte. Sofort sprach aber mein Gewissen zu mir und fragte mich, ob das den überhaupt gut sei für einen Hund, so ein ständiges hin und her. Keine Ahnung. Bin kein Tierpsyschologe. Würde es auch nie machen wenn es schädlich für ihn wäre. Das könnte man ja rauskriegen. Denoch bin ich mir sicher, dass es noch mehr Menschen da draußen gibt, die gern als Leihherchen die liebsten Knuddeln würden. Heutzutage ist es echt schwer sich zeitlich dermaßen mit einem Haustier zu binden. Da überlegt man 3x ob man das macht. Und das sollte man auch. Die Idee könnte man auch in Kooperation mit Tierheimen machen. Vielleicht findet ja auf diesem Wege der ein oder andere Hundi sogar wieder ein neues Herrchen. Egal. Auf jeden Fall hatte ich die Idee eigentlich schon wieder als zu Makaber abgetan, da les ich ein paar Monate später bei Springwise eine äußerst interessanten Beitrag über “flexible pet ownership“. Hossa, dachte ich mir. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Flexpet macht es in den USA möglich. Leuten die Hunde lieben aber wenig Zeit haben können bei einem flexiblen Hundebesitzerprogramm mitmachen. Die argumentieren sogar, dass mehrere Besitzer die sich einen Hund teilen, ihm mehr Zuneigung geben können als es einen einzelner Hundebesitzer oft tun kann. Dabei kann nicht jeder einen Hund ausleihen wie ein Auto. Ein Hund hat meist nur mit einer kleinen Gruppe von Leuten zutun und jeder der mitmachen will wird vorher von Fachleuten trainiert. Das Ganze gibt es für 39$ im Monat + einer Tagesgebühr. Buchungen können auch online erfolgen. Den Service gibt es neben San Francisco jetzt auch in New York, London und Boston. Was ist mit Berlin?
Finde die Idee echt spannend und denke sie trifft den Nerv der Zeit. Würde sowas in Deutschland funktionieren? Gute Frage. Ist auf jeden Fall immer lustig wenn man eigene Hirngespinnste plötzlich irgendwo als funktionierendes Geschäftsmodell laufen sieht. Meist sind es die Ideen, bei denen viele am Anfang skeptisch sind. Selbst ich war es aber würde es weiterspinnen wenn ich nicht schon andere Pläne hätte.
Auch spannend in diesem Zusammenhang ist die aktuelle Analyse von Jan auf Gründerszene, der sich damit beschäftigt wie eigentliche Ideen überhaupt entstehen.
13 Antworten bis jetzt ↓
1 Markus // Aug 2, 2007 at 21:36
Gibt es soetwas nicht beim Tierheim umsonst? Zumindest für 2 Stunden zum Gassi gehen.
2 Marko // Aug 2, 2007 at 21:47
Keine Ahnung. Kann sein. Aber ich denke das im Tierheim oft auch Hunde sind die nicht so gefragt sind. Man findet da glaube ich keine reinrassigen Tiere oder so.
3 Jan // Aug 2, 2007 at 23:31
Hi, hab vor ein paar Tagen einen Bericht zu der Geschäftsidee gelesen. War glaub ich im Fokus und bezog sich auf Japan. Schon möglich, dass sich trotz kultureller Unterschiede auch in einigen großen deutschen Städten ein Markt finden würde. Allerdings ist der Markt wohl insgesamt eher klein und das Geschäftsmodell wg. der aufwändigen Hunde-Betreuung auch nicht sonderlich skalierbar. Für jemand der sehr gerne etwas mit Hunden machwn will, möglicherweise eine Option, aber ich denke es gibt lohnendere Ideen. Deine andere ins Auge gefasst Option finde ich beispielsweise spannender
4 Marko // Aug 3, 2007 at 08:27
Ja kann sein. Am Anfang kommen da wohl auch nur Großstädte in Frage. Denoch finde ich es spannend die Idee aufgrund des Bedarfs weiterzudenken. Vielleicht würde ja noch was ganz anderes bei raus kommen.
5 Martin // Aug 3, 2007 at 10:16
Gute Idee!
Vielleicht eine kleiner Aspekt, den ich Dir aus eigener Erfahrung (in meiner Familie hat jeder einen Hund - ähem, außer mir, da ich keine Zeit für sowas hätte) mitteilen kann - betrachte es mal aus Hundehalter-Sicht:
Viele sind berufstätig und können den Hund logischerweise nicht mit zur Arbeit nehmen -> Die Folge: Der Hund sitzt mehr oder minder den ganzen Tag zu Hause und hat nicht unbedingt viel Auslauf - und: Viele Hundehalter haben ein echt schlechtes Gewissen deswegen!
Und noch ein Aspekt -> Urlaub! Wo bringe ich den Hund dann hin? Ins Tierheim? Viele Urlaubsziele fallen flach, weil der Hund nicht mitgenommen werden kann.
Und - Du wirst lachen: Vor kurzem gab es bei uns einen Fall, dass jemand aus dem Bekanntenkreis ein “Hunde-Probe-Wochenende” angefragt hat und der Hund tatsächlich dann ein Wochenende dort war.
Ist natürlich insgesamt ein Vertrauensproblem, aber das hat man bei Babysittern / Putzfrau o. ä. auch, wenn diese in die Privatsphäre eintauchen - aber ich denke, das ist lösbar.
6 Marko // Aug 3, 2007 at 11:51
@Martin
vielleicht könnte man da auch Synergien finden. Einen Marktplatz der Hundehalter mit begrenzten Zeitreserven und Hundeliebhaber die mal einen auf Zeit haben möchten zusammenbringen. So eine Art Hundepaten
Das wäre doch was.
7 Martin // Aug 3, 2007 at 13:10
Hm, Social Community (”Marktplatz hört sich etwas kommerziell an :-)) für Hundeliebhaber mit Hund und und solche, die es gerne wären - ok, das hätte schon was … aber auch das gleiche Problem: Wie Einnahmen generieren (wäre sicher kein Masse-taugliches Produkt)?!
Wird die Verbindung zwischen Hundehalter und dem Hundeliebhaber geschaffen, wird die Absprache sicher außerhalb des Webs durchgeführt (”Hund” ist ja ein begrenzte Ressource, die man nicht beliebig verteilen kann und wenn man einen Hundeliebhaber hat, dem man vertraut, braucht man wohl nicht so schnell einen anderen).
So wie ich das sehe, wäre schon Bedarf für sowas, aber schwierig die Hundehalter / Hundeliebhaber dauerhaft zu binden (und dann indirekt mit Werbung, angebundenem Hundeartikelshop oder gar Registrierungsgebühr Einnahmen zu generieren).
8 Dominik Faber // Aug 3, 2007 at 18:09
Hm, vor einiger Zeit hab ich mal was von einem Bücherdienst gehört. Da schieben leute ein Buch, das sie gelesen haben zum Beispiel unter eine Parkbank und teilen es dann im netz auf einer Community mit. Ich weiß gerad nicht wie es heißt… Vielleicht könnte die rentadog-community dafür gut sein. Dass der Hund in die Nachbarschaft weiter gegeben werden kann. Ehrlich gesagt möchte ich kein Hund sein in dieser Welt aber ok. Ob er jetzt von Haus zu Haus gegeben wird oder immer wieder zu seiner Basis zurück kommt ist wohl egal, so lange es ihm dabei gut geht und er nicht verhungert…
9 Marko // Aug 3, 2007 at 22:51
Das wäre dann wahrscheinlich echt ein Hundeleben. Finde den Ansatz das der Hund nur eine kleine Gruppe von Herrchen hat und diese auch noch geschult werden besser. Einen Hund von Haus zu Haus geben wie ein Buch unter der Parkbank ist dann doch etwas zu unsicher. Man muss das Ganze glaube ich schon ein wenig steuern und kontrollieren, damit es dem Hund auch wirklich gut geht.
10 Blog Karneval zu Kreativitätstechniken | Thinkomat - Die Ideenentwicklungsmaschine // Aug 4, 2007 at 15:36
[...] Ein Beispiel habe ich erst kürzlich mit Rent a dog beschrieben. Da hab ich nicht viel recherchiert sondern einfach ein Bedürfniss mir zur Überlegung genommen. Auch Menschen die wenig zeiten habe lieben Hunde. Was machen? Ich habe es ja im Post beschrieben. Nun könnte ich mir dieses Grundbedürfniss hernehmen und in in meinem Kopf schauen was ich da alles so für Trends und Entwicklungen abgespeichert habe. Klar da sind eine Menge Sachen so in Richtung Web 2.0, Community und Social Interest drin. Oft fällt mir in dem Zusammenhang auch was ein, dass ich irgendwann gelesen habe und ganz gut passt. In Verbindung mit Hundis wäre das zum Beispiel ein Social Network für Hunde aus den USA über das ich mal was gelesen hatte. In diesen Fällen kann man dann nur hoffen das man es bei del.icio.us irgendwo abgelegt hat. [...]
11 Maleah // Oct 29, 2008 at 06:11
Good words.
12 Adam // Apr 20, 2010 at 22:09
Die Idee ist gut . Es geht nicht nur ums “Gassi Gehen”. Man muss auch an ältere Menschen denken , die das vielleicht gar nicht mehr können - vielleicht auch plötzlich . Dann ?
Oder jüngere die einen neuen Job kriegen und auf einmal passt das nicht mehr.
Mach `das ich mach `mit . Bin in München.
Schreibe mir. Dann können wir was Gutes aufbauen. Denk auch an Futter, Tierarzt,
Langzeitpflege und denke auch an die Menschen
die das gerne machen würden. Ich bin dabei !
13 A. M. M. // Jul 29, 2010 at 09:57
ich finde den grundansatz der idee nicht schlecht. es gibt doch zahlreiche websites für babysitter - wie ist es denn mit hundesitter? o.k. - gibt es schon. wie schaut es mit dem problem urlaub aus? pensionen sind teuer - vielleicht kann man den hund während des urlaubs (also über einige wochen hinweg) an einen hundefreund geben, den man über die website findet? gibt es da eigentlich auch nichenmärkte? wie isses mit blindenhunden? deren ausbildung? ich denke desto mehr fragen man sich stellt, desto eher trifft man dann auf eine marktfähige idee. ich wäre mit sicherheit auch nicht abgeneigt und sitze ebenfalls in münchen
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