Thinkomat - Die Ideenentwicklungsmaschine

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Thinkomat Interview mit Yieeha Gründer Philipp Schilling im Rahmen der “my two cent” Aktion

March 24th, 2007 · 2 Kommentare

Das nächste Interview steht an und zwar mit Yieeha Gründer Philipp. Yieeha wurde schon von exciting commerce als eines der spannenstes social shopping Modelle bezeichnet und ich kann mich der Meinung nur anschließen. Wie uns Philipp verrät haben die sich das ganze Geschäftsmodell selbst ausgedacht und das ist nicht die schlechste Leistung :).

Philipp hat mich auch noch auf seine neueste Aktion aufmerksam gemacht. Für jedes über yieeha geschriebene Wort werden zwei eurocent im Rahmen der yieeha my two cent Aktion für “One Laptop per Child” gespendet. So kann jeder Blog bis zu 10 € pro Beitrag verschreiben. Und das gerade mal für 200+ Wörter. Dafür gebe ich mein Interview natürlich gerne her.

Thinkomat: Hallo Philipp. Auf dem interview Blog hast du ja schon ausführlich über das Geschäftsmodell von Yieeha berichtet. Erzähl uns doch mal bitte kurz welche Idee dahinter steht.

Philipp Schilling: Hallo Marko, tolle Idee, hier ein bisschen hinter die Kulissen der Start-ups in Deutschland zu „fragen“. Yieeha ist ein spielerischer, Community-basierter Ansatz, neue Produkte zu entdecken. Wir geben Onlineshops die Möglichkeit, ihre Produkte auf yieeha zu verlosen, um diese bekannt zu machen. User können sich Produkte wünschen und auch selbst Produkte verlosen, um die Gewinnchance bei anderen Spielen zu erhöhen. Das Ganze ist kostenlos und man kann immer wieder teilnehmen. In einem spannenden Umfeld erhält der User so neue Kaufanregungen und profitiert direkt von den Marketingausgaben des Shops.

Als Triebkraft hinter diesem Geschäftsmodell steht der Gedanke, Online-Marketing besser zu machen. Wir schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Warum nicht dem User direkt etwas zurückgeben? Warum muss allein Google am Online-Werbemarkt verdienen? Im Gegenzug bieten wir gerade kleinen und mittelgroßen Onlineshops die Möglichkeit, ihr Bestes, nämlich das Produkt, ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu stellen und das nicht abhängig von Plattformen wie eBay und amazon, sondern shopzentriert.


Thinkomat: Es gibt ja bekanntlich zwei Wege der Ideenentwicklung. Entweder man schaut woanders und setzt diese Idee um (so genannte copycats). Oder man denkt sich was Schönes aus. Welchen Weg ist Yieeha gegangen und welchen hälst du für den besseren oder interessanteren?


Philipp Schilling: Besser oder Schlechter, schwierig zu sagen. Kurz- bis mittelfristig leichter ist der Copycat einer funktionierenden Idee aus den USA, alleine aus dem Grunde, da es wesentlich einfacher ist, eine Finanzierung des Unternehmens sicherzustellen.

Ich habe überhaupt nichts gegen gelungene Copycats, man braucht Cleverness und ein gutes Team. Allerdings bleibt die Frage, mit welcher eigenen Innovationskraft man das Unternehmen konkurrenzfähig hält. Der langfristige Erfolg steht und fällt daher meiner Meinung nach nicht mit der Qualität der Idee sondern mit der Qualität des Teams.

Wir sind kein Copycat.

Thinkomat: Eine Idee muss oft wie ein guter Wein reifen. Wie lange hat es gedauert bis ihr eure Idee umgesetzt habt und inwieweit unterscheidet sich das Endprodukt von der aller ersten Eingebung die der Funke für das Projekt Yieeha war?


Philipp Schilling: Extrem. Wir wollten eine völlig andere, noch „revolutionärere“ Art der Ausspielung der Gewinne machen. Wir haben uns dann aber dafür entschieden, das System möglichst einfach zu halten, daher die klassische Spiellaufzeit und das Lostrommelsystem. Gerade die Technik verwährte uns die ursprüngliche Idee, aber wer weiß? Vielleicht setzen wir das doch mal irgendwann um.

Durch die Integration einer virtuellen Währung war der zeitliche Aufwand des Ausbalancierens der „Yieeconomy“ recht groß. Wir haben gut 4-6 Monate insgesamt gebraucht, bis die technische Umsetzung begann.

Dieser Prozeß hört aber niemals auf, er beginnt eigentlich erst, sobald man das Produkt im Markt hat. Ich hätte zum Beispiel nicht erwartet, dass unsere User schon jetzt pro Tag 5-10 eigene Verlosungen starten! Das ist toll und wir müssen da reagieren und anders fokussieren


Thinkomat: Auf dem Thinkomaten blogge ich über meine Ideen und Gedanken aus dem Bereich Entrepreneurship. Wie denkst du persönlich über die Veröffentlichung von Geschäftsideen (Gespräche, Blogs etc.)? Ist das hilfreich, zu gefährlich oder gar notwendig?


Philipp Schilling: Sind meiner Meinung nach zwei völlig unterschiedliche Paar Stiefel. Gespräche mit vertrauenswürdigen Personen sind unglaublich wichtig, da sollte man keine Angst haben, offen das Projekt vorzustellen. Am meisten Sorgen mache ich mir immer, wenn jemand sagt: „Ah, darüber darf ich nichts erzählen, die Idee ist so gut, das wird doch sofort kopiert!“ Wenn etwas so leicht zu kopieren ist und keine anderen Alleinstellungsmerkmale (Team, IP, etc.) vorhanden sind, dann wird es eine ziemlich harte Zeit nach dem Launch!

Bloggen würde ich hingegen wohl eher nicht meine geheimsten Pläne und Strategien für ein erfolgreiches Start-up.

Immens wichtig neben den Gesprächen mit Freunden und Marktkennern ist vor allem die kritische Auseinandersetzung mit ähnlichen Konzepten und möglichen Konkurrenten. Der Gedanke, neue Produkte im Internet kennen zu lernen (Social Shopping) wurde im letzten Jahr ja alleine in den USA mehr als zwanzigmal umgesetzt. Hier haben wir ein gutes Gefühl bekommen, dass es die richtige Zeit ist, solch ein Konzept zu wagen. Bloß nicht die Augen verschließen, gute Anregungen gibt es zum Nulltarif und innerhalb kürzester Zeit bei einer guten Konkurrenzanalyse.


Thinkomat: Bevor man ein so spannendes Projekt wie Yieeha umsetzen kann braucht man eine Idee. Wie kommst du persönlich auf deine Ideen? Gibt es spezielle Techniken oder muss man einfach nur die Augen offen halten?


Philipp Schilling: Unter der Dusche und beim Autofahren, ach ja, und abends im Bett. Da grübele ich immer wie ein Getriebener über Probleme und deren Lösungen. Tagsüber lässt der normale Betrieb bei mir kaum neue oder kreative Gedanken aufkommen.


Thinkomat: Meine letzte Frage. Um Ideen und Gedanken festzuhalten macht es sich ganz gut, diese aufzuschreiben. Hast du ein Notizbuch?


Philipp Schilling: Natürlich! Ich habe sowohl ein „Santa Fu Knastbuch“, übrigens auf yieeha entdeckt ;-). Das ist ein schönes, planes Notizbuch, im Ochsenzoll Gefängnis von den Insassen handgefertigt als auch ein IBM Thinkpad, mit dem ich praktisch verheiratet bin. Aber es ist auch wahre Liebe! Yieeehaa! Philipp

Tags: Interview |

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Liste mit Interviews der Deutschen Gründerszene von A-Z | Thinkomat - Die Ideenentwicklungsmaschine // Mar 24, 2007 at 13:00

    [...] Über Thinkomat ← Ich weiß was, was du nicht weißt. Dell und Yahoo setzen auf die Meinung des Users. Thinkomat Interview mit Yieeha Gründer Philipp Schilling im Rahmen der “my two cent” Aktion → [...]

  • 2 Mein erstes Video für Gründerszene.de | Thinkomat - Die Ideenentwicklungsmaschine // Jul 14, 2007 at 20:22

    [...] Hab gestern mein erstes Video Interview für die Gründerszene gemacht. Man man man. War richtig lustig aber sagen wir es mal so. Man kann noch einiges lernen wenn man sich als Hobby Kameramann versucht. Interviewt wurden Philipp Schilling und Stephan Seyboth von Yieeha. Social Winning ist bei denen das Motto und sie kämpfen beide für mehr Spass beim Einkaufen und Shoppen. Kannte Philipp ja schon von einem Interview hier auf dem Thinkomaten und hatte so die Gelegenheit die beiden mal bei ihrem Berlin Besuch persönlich kennenzulernen. Sind beide super nett und verfolgen ihre Vision mit genau dem gleichen Spass wie ihn die Yieehaner bei Yieeha celebrieren. Das Interview ist nett geworden aber ich habe drei learnings für das nächste mal. [...]

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