Notizbucheintrag vom 16.08.2006 Problem:
Die Finanzierung eines Startups ist nicht immer einfach. Als Student hat man vielleicht gute Ideen, ist aber oft knapp bei Kasse. Klar es finden sich immer Wege zur Finanzierung: 1. Family, Fouls and friends 2. Business Angel & Investoren 3. Bank (vielleicht bei großen Summen) und warum nicht mal so?
Idee:
4. Finanzierung durch Leute wie du und ich nach dem AG Prinzip Auf einer Web-Community hat der angehende Unternehmer die Möglichkeit seine Idee zu veröffentlichen. Das müsste so Transparent wie möglich gestaltet werden, d.h. Offenlegung des Vorhabens, Gründungsstart, Finanzierungsbedarf etc. Angenommen der Gründer braucht 10.000 €. Diese Summe (jetzt wirds schwierig :)) teilt er in 200 Stücke a 50 €. Jetzt brauch der Gründer also Leute die im Anteile abnehmen bis er seine 10.000 € hat. Der interessierte Bürger kann dann nach Gründungsideen suchen und bei Interesse und je nach Geldbörse Anteile erwerben. Sein Gewinn resultiert dann aus dem Erfolg der späteren Gründung. Mir ist bewusst, dass man diese Idee nicht mit einer AG direkt vergleichen kann. Eine AG hat gesetzliche Offenlegungs- und Berichterstattungspflichten. Man muss innerhalb dieser Community bestimmte Regeln und Strukturen schaffen, die beide Seiten (Gründer und Anleger) ausreichend absichern.
Umsetzung:
Mir nicht bekannt. Allerdings habe ich in der Brand eins 11/2006 ein interessantes neues Geschäftsmodell aus den USA gefunden, dass ein ähnliches Prinzip verfolgt. Auf Prosper.com haben Leute die Möglichkeit anderen Leuten Geld zu leihen. People to People lending nennt sich das Ganze. Interessant. Ein gut durchdachtes System aus Regeln und Absicherungen sorgt für einen reibungslosen Ablauf. Sehr interessantes Geschäftsmodell. Â
Bewertung:
Das Geschäftsmodell Prosper zeigt das es immer noch eine andere Möglichkeit gibt. In diesem Fall die der Finanzierung durch den Nachbarn. Bei der oben beschriebenen Idee profitieren beide Parteien. Zum einen die Gründer da sie eine weitere interessante Finanzierungsmöglichkeit haben und zum anderen die Geldgeber da sie sich so auch mit kleineren Beträgen am Erfolg des Startups beteiligen können. Als kleiner winziger Businessangel nämlich.
3 Antworten bis jetzt ↓
1 Anja // Jan 28, 2007 at 12:32
Interessante Idee, hatte was Ähnliches mal irgendwo gesehen, wo ein Student so sein Studium finanzierte.
2 Marko // Jan 28, 2007 at 12:33
Nicht die schlechteste Art sein Studium zu finanzieren. Was hat er denn dafür als Ausgleich geboten? Muss ja irgendwas interessantes an sich gehabt haben, dass andere in ihn finanzieren. Vielleicht Zinsen gekoppelt an sein späteres Einkommen?
3 Ralf Zielonka // Jan 28, 2007 at 12:40
Die Idee der AG-Community zur Finanzierung von Gründungsvorhaben halte ich für exzellent und umsetzbar. Dazu weiter unten.
Gerade Gründungsvorhaben, die irgendwo zwischen 5.000,- bis 100.000,- benötigen, tun sich sehr schwer. Warum: Es interessiert kaum jemanden (Bank, übliche Finanzinstitution, etc.) wirklich ernsthaft, eine Finanzierung von 5.000,-, 10.000,- oder 50.000,- zu machen, ohne Sicherheiten und sich vorher auch noch durch einen seitenlangen Businessplan durchzuarbeiten. Der Grund dafür ist auch sehr einfach:
1. Nahezu das gesamte Risiko liegt beim Finanzgeber.
2. An solchen “Mini-Finanzierungen� ist kaum jemand interessiert, weil daran kaum Geld (Zins) verdient wird (bitte einmal selbst Bleistift in die Hand nehmen und überschlägig berechnen, was eine Bank daran so verdienen könnte…).
3. In der Zwischenzeit, wo man sich also ein Finanzgeber mit solchen “Mini-Projekten� befasst, gehen die großen, wirklich interessanten Dinge am potentiellen Finanzgeber vorbei…
Kurz: Es ist deutlich leichter eine Projektfinanzierung für 10 M EUR / USD zu bekommen, als eine Finanzierung für 100.000,-. Klingt hart und ungerecht? Ja, ist aber so…
Ein paar „Kurztipps“ für Ihr (zukünftiges ?) Vorhaben der „AG-Community“:
1. Saubere Organisations- und Ablaufplanung dieser “Arbeitsgemeinschaft� (= AG)
2. Suchen Sie sich eine Bank oder eine e-Money-Plattform, die sich nicht zu fein ist, auch 1-Euro-Beträge kostenfrei einzubuchen und die kostenfrei Konten zu führen.
3. Stellen Sie sicher, das Kleinstbeiträge (möglichst immer glatte Euros oder andere weltweite gängige Währung auch über Internet und „Handy-Payment“ auf das oder die Konten der „AG“ gezahlt werden können, Tag und Nacht, 24 Stunden, 365 Tage.
4. Jeder Einzahler muß eindeutig allein schon durch seine jeweilige Einzahlung identifiziert werden können, da jeder Einzahler automatisch „Mitanteilinhaber“ der „AG“ wird („lean information flow“).
5. „Sammeln“ Sie zunächst von Studenten (ich glaube, wir haben circa 2 Millionen in Deutschland) über diese Plattform 1,- EUR (in Worten: EINEN EURO) pro Person ein. Wenn jeder Student in den nächsten 12 Monaten pro Monat nur 1 EUR gibt, hat die „AG“ rund 24 M EUR im Bestand. Wer nicht möchte: Bitte - es ist ja freiwillig – keiner MUSS etwas geben, man ist aber auch nicht an der „AG“ und den zukünftigen Erträgen beteiligt. Es darf natürlich auch mehr sein als ein „ganzer Euro“… auch mehrmals hintereinander, z.B. ein „Sparplan“ via Handy-Payment – warum nicht? Bevor Sie sich jetzt „schnell reich rechnen“: Voraussichtlich 95% werden nichts tun, d.h. nichts geben (ein empirisches Naturgesetz). Dies bedeutet: Die „AG“ wird ungefähr 1,0 bis 1,2 M EUR in einem Jahr zusammen bekommen.
6. Trennen und distanzieren Sie sich ganz schnell von allen Personen, die Ihnen versuchen zu erklären, warum „DAS NICHT FUNKTIONIEREN KANN“ (Hinweis: Es werden so circa 95% – 99% aller Menschen sein, mit denen Sie zu tun haben. Es ist auch eine empirische Naturgesetzlichkeit. Sie werden ganz alleine darauf stoßen…)
7. Die Medien werden zu einem Zeitpunkt “X“ auf Sie aufmerksam – und auch „Otto-Normalverbraucher“ will auf einmal mit satten 10,- „Euro-Krachern“ mal so richtig „Unternehmer“ und „Investment“ spielen. Lassen Sie „Otto-Normalverbraucher“ bei Ihrem Club mitmachen…
8. Geben Sie möglichst kein Geld aus, was die „AG“ an „Beitragszahlungen“ („Mitgliedszahlungen“ ?) einnimmt, sondern legen es hochverzinslich (nicht verzinslich – sondern bitte hochverzinslich !) an.
9. Wenn Sie es durch Engagement, Fleiß und harte Arbeit es geschafft haben, 1 M EUR (nur um eventuelle Missverständnisse zu vermeiden in Worten: EINE Million Euro) zusammenzutragen, setzen Sie sich mit mir in Verbindung – bitte keinen Tag früher. Dann zeige ich Ihnen gemeinsam mit meinen Team-Partnern, wie dann die nächsten Schritte aussehen und die „AG“ Kleingründungsvorhaben erfolgreich und ertragreich finanziert, auch wenn von diesen Vorhaben circa 75% - 80% „den Bach runter“ gehen werden.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, frohe und gesegnete Festtage, Gesundheit, alles Gute für 2007 und die Führung des HERRN auf allen Ihren Wegen!
AD, 23. Dezember 2006
Mit freundlichen Grüßen
Ralf R. Zielonka
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